Städte im Blindflug – beim Parken haben die Städte den Überblick und die Kontrolle verloren

Das Zustellen der Straßen mit Privatfahrzeugen ist überall in Deutschland selbstverständlich. Neue Konzepte und Ideen zeigen, wie das Parken umorganisiert werden kann und alle davon profitieren.

vom Recherche-Kollektiv Busy Streets:
8 Minuten
In der Straße parken Fahrzeuge quer und längs zur Fahrbahn.

Dicht an dicht, wie Buntstifte in einer Schachtel, stehen die Autos und Transporter in der Mansteinstraße in Eimsbüttel, die Kühlerhauben zum Gehweg ausgerichtet. Quer dazu parken weitere Autos am Fahrbahnrand. In Spitzenzeiten drängen sich 155 Fahrzeuge auf den 360 Metern. Doch damit ist bald Schluss: Bis zum Sommer wird die Mansteinstraße umgebaut. Geplant sind breitere Gehwege, Fahrradstellplätze, zwei Fußgängerquerungen und barrierefreie Bushaltestellen.

Nicht alle Anwohnerïnnen sind davon begeistert. Einige haben eine Petition gestartet, um den Umbau zu verhindern, schließlich sollen 85 Parkplätze wegfallen. Das Bezirksamt hält dagegen, dass 100 der bisherigen Stellplätze ohnehin illegal seien. Querparken, das Blockieren von Einfahrten und das Parken auf Grünstreifen hätten sich in der Mansteinstraße eingebürgert, erklärt der Sprecher.

Zwar ist der Umbau für den Rad- und Fußverkehr längst überfällig, für Eltern kleiner Kinder, Kranke, Handwerker oder Zusteller sind nahegelegene Parkplätze jedoch wichtig. Doch im dicht besiedelten Hamburger Zentrum werden sie immer knapper – wie überall in Deutschland. Verkehrsexpertïnnen fordern daher, das Straßenparken grundsätzlich neu zu ordnen.

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